Einige Beobachtungen zu: Berlin
22. August 2009
Ich war die Tage in Berlin, um im Bundesarchiv für meine Dissertation zu forschen. Nebenbei ist mir da Einiges ins Auge gesprungen:
Anhalter Bahnhof: Die Reste der Fassade stehen lassen und auf dem ehemaligen Gleisbett Sportplätze anlegen? Spektakulär! Diesen Schneid muss man erst mal haben.
Plattenbauten: Gab’s – zu meiner Überraschung – doch auch recht häufig im Westen. Galt das unter kapitalistischen Bedingungen nicht als ziemlich aufwendig? Muss man das also als gestalterische Extravaganz sehen? Ein Hoch auf die Postmoderne!
Sozialdemokraten: In jede Bau-(Kriegs-)lücke eines Villenviertels Blöcke mit Sozialwohnungen reindrücken? Das haben nicht mal die „drüben“ gemacht.
Postmoderne: Zuckersüß, diese Friedrichstraße. Ist das nun eine kritische Aneignung historischer Bauformen, so eine Art NatiTradi-Reloaded oder doch bloß Kitsch? Ich bin mir unsicher. Für Platten mir Dekor bekommen die zuständigen Architekten aber ein Bienchen ins Muttiheft.
Schwanzvergleicharchitektur: Ein wohl nicht geführtes Streitgespräch zwischen Hermann Henselmann, Chefplaner der Ostberliner Stalinallee, und Otto Bartning, Verantwortlicher für das Hansa-Viertel am Tiergarten: „Ich sag Dir Otto, wir können unsere Städte steriler, langweiliger und lebloser aufbauen als Ihr!“ „Ha! Ihr werdet Euch noch wundern! Dies gesamte Architekturelite der Welt schafft das viel eindrucksvoller!“. Vorschlag zur Güte: Ihr habt beide Euer Bestes getan! Unentschieden. Aber beide werden um Längen geschlagen vom…
Potsdamer Platz: So ein Blödsinn. Mal abgesehen vom interessanten Sony-Center sterile Büroarchitektur gepaart mit postmodernen und konstruktivistischen Spielereien (dieses Mercedes-Benz-Zentrum! Oje!). Wann hat die Welt ein Einsehen, dass man ganze Städte nicht am Zeichentisch planen kann?
Döner: Auch nicht besser als in Chemnitz. Dafür viel teurer.
Union-Fans: Coole Typen. Scheiß Dynamo!
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