Viva la Schlafgesang!

Dass die Revolution tot ist, wird jetzt auch musikalisch untermalt, nämlich von der Wiener Sektion der SPÖ. Die hatte die clevere Idee, die „Internationale“ mal so richtig aufzupeppen. Das Ergebnis ist, nunja, beeindruckend.

Hier geht’s zum Spex-Artikel.

Add comment 3. Juli 2009

Oubaaamääänia!

Obama in Dresden und Deutschland lacht mal wieder über unsere fehlende Political Correctness (Ein „Schwarzer“, na bitte schön was denn sonst!?), unseren Dialekt und überhaupt unsere Dummmheit. Hier geht’s zum Video. Aber wenn’s gegen Dresden geht, mach ich doch gleich mal mit!

Add comment 5. Juni 2009

Neues vom Sonnenberg: Dönerrevolution!

Beim Dönermann auf der Hainstraße (gegenüber vom Underworld Records) gibt’s jetzt statt 0815-Kräuter- und -Knoblauchsauce jetzt neu: Curry-Ananas-Sauce! Da sage noch mal jemand, es gingen keine Innovationen von hier aus… Unbedingt mal probieren! Demnächst soll es wohl noch mehr kurios Neues geben.

Und der Typ meinte, dass sie jetzt auch dem unsäglichen Döner Drive-In an der Zschopauer Konkurrenz machen wollen, indem sie auch bis nachts um 3 aufhaben. Wurde auch mal Zeit!

Add comment 3. Juni 2009

Ironie für Kenner

Ich hätte da ne Idee…

100_01082

Gesehen an der Clausstraße.

2 comments 24. April 2009

Ode an den Sonnenberg

Seit vorgestern wohne ich nun auf dem Sonnenberg, Gießerstraße Ecke Markusstraße. Auf der einen Seite mit Blick auf die Josephskirche samt angrenzender Schule, auf der anderen auf die komplette Gießerstraße- und Markusstraße. Bösewichte aufgepasst: Ich rauche am Eckfenster und kann das halbe Viertel überblicken!

Was hab ich mir nicht bei der Wohnungssuche alles anhören müssen und wie viele hochgezogene Augenbrauen haben an meiner Motivation gekratzt! Los ging das schon bei den Gesprächen mit den Vermietern. Ob das denn mein Ernst sei, freiwillig hierher zu ziehen. Die Frage kam für gewöhnlich direkt nach dem Verneinen von: „Kriegen Sie Hartz IV?“ Ein Freund meinte gar, dass ich mich einfach am beschissensten von allen Bewohnern benehmen sollte, um nicht aufzufallen. Und dann hab ich meine Geschichte erzählt, die außer einer einzigen Frau bisher niemand so richtig verstanden hat (es wäre wieder mal glatt ein Grund, mich in Dich zu verlieben, Iva. Aber das lassen wir lieber).

Die Kurzfassung: Der Sonnberg ist einfach nicht die glattgeleckte Scheiße wie der Kassberg oder meine alte Wohngegend.

Die metaphorisch, emotional und wissenschaftlich gepimpte Langfassung: Der Sonnenberg ist die Definition von un-perfekt. Ich hab diese Kategorie des Perfektionismus in meiner Magisterarbeit zum „sozialistischen“ Chemnitzer Stadtzentrum eingeführt (kommt bald raus! Wer DDR-Architektur interessant findet: Lesen!), sie lässt sich aber auch ideologisch verallgemeinern: De facto alle Städte des 20. und 21. Jahrhunderts wurden und werden so geplant, dass sie einer bestimmten Leitidee dienen sollen. Sei es im Sozialismus die imaginäre, „fertige“ Menschengemeinschaft oder im Kapitalismus die Konsumgesellschaft, die mit vollem Portemonnaie und leeren Händen in die Zentren zieht, um mit leerem Portemonnaie und vollen Plastiktüten in ihre eigens geschaffenen Schlafstädte zurückzukehren. Man follows function. Soziale Kontrolle allerorten. Solange es Stadtplaner gibt, wird CIAM nie sterben.

Noch aber machen sie aber um den Sonnenberg einen großen Bogen. Problemviertel, heißt es im Rathaus. Von weiterem Auflockern spricht man, von „bunten Gärten“, von Familienfreundlichkeit und Sportmöglichkeiten. Diese Idioten! Allesamt (verklagt mich! Dann kann ich’s Euch wenigstens noch mal ins Gesicht sagen!). Denn was liegt den ganzen Überlegungen zu Grunde? Ein Ideal. Das Kassberg-Ideal eines ruhigen, grünen, wohlhabenden, gut-bürgerlichen Viertels mit Vegetarierrestaurants, Cocktailbars und Hundetoiletten. Leb- und trostlos. Die hier tatsächlich existierenden Menschen haben darin keinen Platz.

Sonnenberg heißt Leben. In all seinen Facetten, die das Bürgertum in seiner ganzen Biederkeit gern in Statistiken abtut und ausgemerzt sehen will; Außenseiter. Vom Punk, über den Alkoholiker, bis hin zum Neonazi. Sonnenberg heißt Echtheit. Keine Attitüden. Hier hat fast jeder ne Kippe im Mund, ganz als ob es 30 Jahre Anti-Tabak-Propaganda nicht gegeben hätte. Mit abgewetzten Jogginghosen und ner Flasche Bier auf die Straße? Who cares!? Die Fußwege sind gesäumt von Hundekot, aus den glücklicherweise noch zahlreichen Abrisshäusern wachsen Bäume. Sie sprengen den Putz, der bei renovierten Häusern dem Betrachter Schönheit vorgaukelt.

Leben in Freiheit. Der Sonnenberg ist weder hipp, noch innovativ (wahrscheinlich. Vielleicht lasse ich mich noch eines besseren belehren) oder aufstrebend. Nicht mal „arm, aber sexy“. Hier sieht man nichts wachsen, dafür aber viel sterben. Ob Straßenzüge, Menschen auf Selbstzerstörungstrip oder der Musikgeschmack der Schulkinder: Comfortably Numb hat es Roger Waters genannt. Aber ein Problemviertel? Okay, problematisch für die Krankenkassen, die Statistiken und die Touristenführer, aber eine Zone der Freiheit für die Bewohner. Hier gibt es definitiv weniger soziale Kontrolle als in anderen Vierteln. Arg zart besaitete Menschen haben damit wahrscheinlich ein Problem, gerade, wenn einige über die Stränge schlagen. Für diejenigen, die auch Alkoholiker-, Drogen und Arbeitslosenkarrieren als lebenswert und bereichernd für das eigene Welt- und Menschenbild betrachten, können sich hier jedoch zu Hause fühlen und sich den Raum selbst aneignen, anstatt eine vorbestimmte Funktion zu erfüllen. Aber davon haben Stadtplaner ja keine Ahnung.

Zugegeben, dies alles ist nur ein erster Eindruck. Dass zum zweiten Mal in einer Woche in die Keller meines Hauses eingebrochen wurde und ein Teil meiner Ikea-Möbel aus unerfindlichen Gründen weg ist (ich hatte es einen Nachmittag im Treppenhaus stehen, vielleicht macht aber auch Ikea Fehler), geht mir ein bisschen auf den Sack. Aber nur ein bisschen. Es bleibt zunächst die Hoffnung, dass ich hier glücklich werde. Zumindest hab ich hier schon 10 Mal mehr Menschen kennen gelernt als in meiner alten Gegend. Da waren es 2.

1 comment 23. März 2009

Warum Chemnitz scheiße ist

Neue Rubrik. Fertig? Los!

Es passiert ja nun nicht allzu oft, dass sich ne tolle und/oder bekannte Band nach Chemnitz verirrt. Die Toten Hosen waren mal da, Samstag erst die Jungs von Tomte. Ich kann nicht sagen, ob das, was gleich kommt, auch für diese Bands gilt. denn die Egos der Frontmänner sind mir doch zu groß, als dass ich mir das live antun muss. Aber: Freitag haben Earthbend, die großartigtollsten Newcomer des letzten Jahres im Atomino gespielt und ich war dabei. Toller Laden, mit einer glasklaren Akustik, kein Ton durch Schnickschnack an den Wänden gedämpft, Hörgenuss in Stahlbeton. Wenn die Typen vom Stadtbauamt das Haus irgendwann mal wegreißen (das Nachbargebäude fällt gerade), kette ich mich fest. Versprochen. Jedenfalls: Fantastische Band in einem dafür wie geschaffenen Raum, dazu ein fairer Preis (11 Euro). Und ratet mal, wie viele Leute da waren! Ich hab genau 27 gezählt. Was soll der Scheiß? Ich hab mich geschämt. Das hat diese Band einfach nicht verdient.

Zumal man das selbe Trauerspiel ja auch wöchentlich im Bunker miterleben kann, wo man gerne mal mit den Worten: „Juhu, ein zahlender Gast!“ begrüßt wird. Ich hab da zwei Theorien. Das Klientel existiert ja eigentlich. Schaut man ins Flowerpower oder den FX, so sind die Läden voller Leute (und nicht mal nur kleine Emokids), die diese Musik prinzipiell mögen. Und im Subway to Peter sind selbst bei der kleinsten Klitsche aus dem letzten vorpommerschen Dorf fast so viele Leute wie bei Earthbend. Der Unterschied: Dort kostet es nichts! Wozu also 11 (bzw. 5-8 Euro im Bunker) berappen für eine Band, von der man – wenn überhaupt – nur den Namen kennt und vielleicht noch weiß, dass ihr letztes Album gut bewertet wurde? Für nen Schuss ins Blaue gehe auch ich lieber in die Peterstraße! Das Subway macht die Chemnitzer Konzertkultur kaputt!

Naja, „Kultur“… Wo sind denn eigentlich jene, die in anderen Städten vornehmlich auf Konzerte gehen? Unsere Studenten? Hocken in ihrem scheiß Campus, in ihrem scheiß Windkanal, ihrem scheiß CDK und ihrem scheiß FPM (ich sag nix gegen das PEB, dort darf man wenigstens rauchen). Ich kenne Leute, die tatsächlich ausgehtechnisch noch nie aus ihrem Wohnheim rausgekommen sind und unwissend und desinteressiert mit den Achseln zucken, wenn man von seinem Wochenende erzählt. Geht raus! Chemnitz hat wirklich viel zu bieten, man muss nur etwas seinen Blick schärfen. Zum Beispiel gibt es hier auf dem Sonnenberg (mindestens) 5 Kneipen und 2 Restaurants, das reicht für ne Tour allemal zu. Zumal die Preise sehr verträglich, z.T. sogar billiger als in den Studentenclubs sind. Dazu bekommt man nicht nur ne richtige Kneipenatmosphäre fernab der Massenabfertigung im Zentrum, sondern auch tolle Menschen gratis dazu. Und wem der Sonnenberg zu „assi“ ist (ist er nicht! Scheiß elitäres Gehabe!), der gehe halt auf den Kassberg. Der ist zwar versnobt, aber versnobte Leute stört das ja wohl nicht. Beide Stadtteile sind bequem mit dem Bus zu erreichen, im Stadtstreicher steht, wo was los ist und auf myspace kann man bekanntlich vorher Probe hören.

Also: Ausgehbefehl!

Noch ein Wort zu Earthbend: Ihr habt trotz des mageren Zuspruchs einen klasse Auftritt hingelegt und besitzt riesiges Potential (bitte weniger á la „Dragon Lady“). Bitte kommt wieder und gebt uns noch eine Chance!

Add comment 23. März 2009

Warum Chemnitz toll ist (2)

Neulich nachts – ich hatte meinen Bus vom Campus mal wieder verpasst – musste ich zu Fuß nach Hause. Normalerweise kein Problem… man trinkt noch ein Bier, raucht die ein oder andere Zigarette und kommt im Stadtpark beim Rauschen der Chemnitz auf Normaltemperatur. Nun, dieses Mal hatte ich ein Problem – die Zigaretten waren aus und diese dämlichen Automaten wollen meinen Führerschein nicht haben. Was also tun? Okay, man könnte sich endlich mal eine EC-Karte mit Chip organiseren. Oder man fragt jemanden nach ‘ner Zigarette. Normalerweise bekommt (und gibt!) man die Antwort, dass man ja gerade seine letzte aufgebraucht hätte und es einem ja sooo leid tue. Und jetzt kommt das Tolle:  Ich hab genau diese Antwort bekommen, aber: dieser tolle Mensch von der Ecke Zwickauer-/Goethestraße hat mir doch glatt seine angezündete Zigarette überlassen. Er sei ja sowieso gleich zu Hause.

Zu banal? Mich hat das wirklich umgehauen. Fantastisch.

Add comment 17. März 2009

Völkerverständigung im Club der Kulturen

Wenn das mal nicht „aufregend“ wird…

fruhlingsfest-cdk1

Add comment 21. Januar 2009

Der Abschied rückt näher

So, spätestens am 31. 03. ist’s nun endlich so weit, ich habe heute meine Wohnung gekündigt. Wo es mich hinverschlägt, weiß ich noch nicht… Sonnenberg? Ich hab ein Auto… Zurück nach Mittweida? Ich hab zu lange Haare… Kassberg? Langweilig… Am Ende ziehe ich noch ins Wohnheim und werde Alkoholiker…

Add comment 18. Dezember 2008

Na und?

Vor ungefähr anderthalb Jahren war ich zum Praktikum in Dresden und während dieser 6 Wochen schlief ich bei einer Freundin. Ich als Architekturfan war natürlich vom Neumarkt fasziniert und ich fragte sie, was sie denn davon halte. Ganz okay, meinte sie und verstand nicht ganz, was ich denn wollte. Ob sie es nicht komisch finde, hinter den Barockkulissen Betonbauten zu wissen, fragte ich sie weiter. Ihr „Na und?“ erstaunte und erzürnte mich, zeugte es für mich doch von Ignoranz und Desinteresse. Ich hatte aber auch keine richtige Antwort parat („Disneyland“, „Form-Inhalt-Entsprechung“) und brach das Gespräch enttäuscht ab. Heute hab ich gelernt, dass es die intelligenteste Bemerkung zur aktuellen Architekturdiskussion war, die ich bisher gehört habe:

Thomas Filip gibt auf tour-dresden.de die unfreiwillige Erklärung. Er hat aktuelle Bilder vom Dresdner Neumarkt digital altern lassen, um sich der Illusion des alten Dresdens hingeben zu können, das er aus Bildbänden kennt (er gehört wohl auch zu den vielen Architekturkritikern, die sich nicht so recht mit den Erkern und Türmchen made in 21st century anfreunden können). Und das macht er ganz gut: Die bearbeiteten Bilder sehen tatsächlich „alt“ aus und ja, sie sind eine Illusion. Nun, heißt das dann nicht, dass die Welt, die wir in Büchern á la „… wie es einmal war“ eine Illusion sind? Ein Mythos? Eine altertümliche Scheinwelt, aufbereitet auf Hochglanzpapier? Dass wir getäuscht werden von einen Zerr- und Idealbild, in dem Elend, furchtbarste Wohnbedingungen, dreckige und immerdunkle Hinterhöfe nicht existieren? Es kommt doch nicht von ungefähr, dass nach der Zerstörung der deutschen Städte niemandem in den Sinn kam, sie originalgetreu wieder aufzubauen. Dabei waren die Wettbewerbe durchaus offen und fernab von ökonomischen Zwängen, aber es wollte schlichtweg keiner (selbst das vielgerühmte Freudenstadt ist keine Kopie, sondern „kritisch“ restauriert). Wenn sich Herr Filip wünscht, einmal in das barocke Dresden zu reisen und sich manch Leser dieser obskuren Bildbände sich sagt, wie schöööön das doch früher alles war, dann kann er das nur, weil er sich nach diesem Gedanken wieder an seiner wie von Zauberhand erwärmten Wohnung und all den anderen Annehmlichkeiten des modernen Alltags erfreuen kann. Natürlich sind die Neumarktbauten, das Berliner Stadtschloss usw. Kopien von Fassaden, hinter denen Beton steckt. Na und? Was ist etwa am Brandenburger Tor noch original? Wer weiß schon, welche Chemikalien da im Sandstein stecken? Ist das nicht auch nur eine Illusion von Authentizität? Okay, weder Reichstag noch Brandenburger Tor müssen mit dem Makel leben, schon einmal „weg“ gewesen zu sein, aber ist die Denkmalschutz-Ideologie tatsächlich ein objektiv nachvollziehbarer Grund, die Gebäude nicht wieder entstehen zu lassen? Legen wir uns damit nicht eine geistige Zwangsjacke an? Niemand fordert ja, alles wieder historisch zu bauen (mein Lieblingsbeispiel Prag zeigt, dass das auch ziemlich langweilig ist), aber historische Formen sollen legitim sein: Eben weil mit Ausnahme von Besserwisser-Architekturkritikern kein Mensch nach ein paar Jahren überhaupt noch sagen kann, was „echt“ und was „Kopie“ ist, sondern sich einfach darin wohlfühlen, anstatt über Sinn und Zweck der Architektur nachzudenken. Natürlich ist das dann keine „Geschichte“ mehr, sondern gegenwärtigste Gegenwart (und dies soll man dann bitte auch so sagen!), aber geht es nicht eigentlich nur darum, lebens- und liebenswerte Räume zu schaffen (auch Altes kann inspirieren!) Und sind nicht innen moderne und außen historisierende Gebäude die Aufhebung derjenigen Widersprüche, die den Träumer von der guten, alten Zeit in seiner schönen, funktionalen Wohnung umgeben?

Ihr meint, das hier wäre eine kleinbürgerliche Argumentation? Na und?

Add comment 9. Dezember 2008

Next Posts Previous Posts


Über diesen Blog

Chemnitz ist eine spannende Stadt. Eine Liebe auf den zweiten Blick. Streitbar, faszinierend und abstoßend zugleich, voller Schönheit und Hässlichkeit, manchmal etwas langweilig, aber immer liebenswert. Diesem Lebensgefühl will dieser Blog Ausdruck verleihen, völlig ideologiefrei, nur die Idiotie der menschlichen Existenz mit einer Prise Selbstironie offen legend.

Für den ganzen Mist hier verantwortlich und für Beschimpfungen und Anregungen stets aufgeschlossen:

Toni Jost
Gießerstr. 33
09130 Chemnitz
tj1983@live.de

Blogroll

Neueste Artikel

Kategorien

Neueste Kommentare

hierneu zu Stadtteilförderung
Toni zu Stadtteilförderung
hierneu zu Stadtteilförderung
Toni zu Stadtteilförderung
hierneu zu Stadtteilförderung