Verfasst von: Toni | 30. Oktober 2009

Abschied von der Moderne

Nachdem das „Experimentelle Karree“ schon seit einiger Zeit unter Anführung fadenscheiniger Argumente zur Disposition steht und Radio T seinen Betrieb einstellen muss, sollten nicht in kürzester Zeit 11000 Euro aufgetrieben werden, gehen jetzt womöglich noch im AJZ an der Chemnitztalstraße die Lichter aus, da das Jugendamt die Mittel kürzen will.

„Angekündigte Kürzungen im Jugendbereich 2010 bedeuten das Ende des AJZ, eine Vielfalt an Projekten ist davon betroffen. Das größte soziokulturelle Jugendzentrum der Stadt Chemnitz, seit knapp 20 Jahren einer der bedeutendsten Träger von Jugend- und Kulturarbeit in der Stadt, ist in akuter Gefahr. Das Jugendamt Chemnitz hat in einem Gespräch mit dem Vorstand des AJZ am 28.10.2009 drastische Kürzungen angekündigt. Im Haushaltsjahr 2010, so das Jugendamt, sollen keine Gelder mehr für den vom AJZ e.V. betriebenen Kinder- und Jugendhauses „Benario“ im Stadtgebiet Brühl zur Verfügung stehen, was die Schließung des an diesem sozialen Brennpunkt dringend benötigten Klubs bedeuten würde. Darüber hinaus sieht der Maßnahmeplan, aus Sicht des AJZ ein Kürzungsplan, den Wegfall der Mittel für die außerschulische Jugendbildung vor. Dies bedeutet sowohl auf der fachlichen als auch auf der finanziellen Ebene einen Einschnitt, der das Ende des Hauses und des Vereins AJZ e.V. bedeutet. Derzeit wird das Haus mit 2,5 Stellen aus der Jugendförderung der Stadt getragen. Die Kürzung dieser sowieso schon äußerst knappen Stellen und Mittel um eine ganze Stelle wäre nicht kompensierbar. Dies würde zugleich auch das Ende der vielfältigen ehrenamtlichen Projekte bedeuten, die im Haus angesiedelt sind. Aussage des Vorstands: „Dem Jugendamt ist offensichtlich nicht klar, was sie da vorhaben. Wenn diese Kürzung so durchgeht, müssen wir am 1. Januar die Lichter hier ausmachen.“ Für die kulturelle und soziale Situation der jungen Menschen in Chemnitz und der gesamten Region hätte dies verheerende Folgen, schließlich würde dies den Wegfall einer Vielzahl von Angeboten und Möglichkeiten bedeuten, ich nenne hier nur die internationalen Jugendaustauschprojekte und Konzerte, mit denen dieses Haus groß geworden ist.“ In einer eilig einberufenen Mitgliederversammlung des AJZ e.V. wurden breite Protestaktionen gegen die Kahlschlagpläne des Jugendamtes besprochen. Keine der von der Stadt angedachten Kürzungen ist aus Sicht des Vereins hinnehmbar.“

Quelle: http://www.ajz.de/

Das ist also die Politik der „Stadt der Moderne“.  Das Gute daran: Künftig braucht sich kein Soziologe mehr beschweren, dass Chemnitz in „kulturelle Inseln“ zerfasert ist. Diese werden Schritt für Schritt, eine nach der anderen entvölkert. Zurück bleibt: Stille.

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