Verfasst von: Toni | 26. Januar 2010

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Philipp Meuser von der Berliner Zeitung über das Grand Hotel auf der Berliner Friedrichstraße, einem hier so seltenen Zeugnis der Postmoderne in der DDR:

„Unter dem Diktat der Wirtschaftlichkeit wurden neue Produktionsweisen des industriell vorgefertigten Plattenbaus entwickelt, die alle Baugattungen eroberten. Doch noch in den achtziger Jahren entstanden zuweilen neue Mischformen, die historisierende Repliken mit zeitgemäßen Neuinterpretationen verbanden.“

Die Zeit aus Hamburg mit einem schon recht bekannten Artikel über den massenhaften Abriss in Ostdeutschland:

„Für viele kommunale Wohnungsgesellschaften ist der Rückbau tatsächlich eine Einnahmequelle. In den ersten Jahren des Stadtumbaus Ost gab es bei jedem Abriss 60 Euro »Rückbauprämie« pro Quadratmeter, nach der Änderung des Förderprogramms sind es noch 50 Euro. Außerdem kommt die sogenannte Altschuldenhilfe in Höhe von rund 70 Euro pro Quadratmeter dazu, mit der alte Kredite aus DDR-Zeiten getilgt werden. Für den Abriss der drei Häuser in der Leipziger Straße würde die GGG so rund 300000 Euro verdienen. Subventionierte Vernichtung von Geschichte.“

Die Neue Züricher Zeitung mit einem geistreichen Beitrag zur Debatte über den Wiederaufbau komplett vernichteter Gebäude, ein Thema, dem ich mich ja auch bereits einmal gewidmet habe:

„Dass man sich noch heute in der Rekonstruktionsdebatte auf Georg Dehios Satz «konservieren, nicht restaurieren» aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts beruft, zeigt einen eigentümlichen Mangel an geschichtlicher Reflexion an. Für Dehio war Echtheit an das Material gebunden, die alten Steine. Aber nach dem, was der Bombenkrieg der Jahre 1943–1945 angerichtet hat, die Vernichtung der baulichen Substanz fast aller deutschen Städte, kann man die Echtheit nicht mehr am Material festmachen, sondern muss die Kategorie neu bestimmen, und zwar von der Form her. Die Rekonstruktion der Dresdner Frauenkirche kann, obwohl sie nur wenige Spolien des alten Baus enthält, als authentisches Gebäude des Barock gelten, weil sie den alten Formgedanken hat wiedererstehen lassen.“

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