Verfasst von: Toni | 27. April 2010

Neues vom Sonnenberg: Es bewegt sich was

(Disclaimer: Ich arbeite selbst an dem Projekt mit, bin also nicht ganz neutral, aber tief und fest von der Richtigkeit des Geschriebenen überzeugt!)

In den letzten Wochen bekam ich dankenswerterweise die Möglichkeit, die Leute vom Verein StadtHalten näher kennenzulernen. Das ist ein Verein, der die beinahe komplett leerstehenden Karrees auf der südlichen Zietenstraße in Wächterhäuser umgestalten will. Ich habe viel gelernt über die Prozesse, die Initiativen in der Stadt bewältigen müssen, über Vorurteile und Grenzen des Möglichen. Aber vor allem: Es gibt hier engagierte und leidenschaftliche Menschen, die sich nicht mit dem beklagenswerten Zustand des Viertels abfinden wollen und die anstatt zu klagen das Heft selbst in die Hand nehmen wollen.

Langfristiges Ziel ist es – und muss es auch sein -, dem Sonnenberg ein Image zu verleihen, das zwar seine Identität als „Arbeiterviertel“ bewahren, für die Bewohner und die Chemnitzer aber ein positiver Anziehungspunkt werden soll. Nunja, bis dahin ist es noch ein weiter Weg und ich hatte den Eindruck, dass die Lethargie, von der ich bereits berichtet habe, selbst auf einige Akteure im Viertel übergesprungen ist. Dem gilt es entgegenzutreten: Nicht um hieraus einen gutbürlichen Kassbergverschnitt zu machen, sondern um die Potentiale der Bewohner freizusetzen. Nicht um sie langfristig zu vertreiben, sondern sie für ihren Stadtteil zu begeistern, sodass sie erhobenen Hauptes sagen können: Ja, ich bin ein Sonnenbergler! Ich habe meinen Teil zum besseren Miteinander geleistet! Ich fühle mich verantwortlich für meinen Stadtteil! Ich lebe gern hier! Das heißt: Schluss machen mit der Verwaltung des Mangels und anfangen tatsächlich zu leben!

Dass dies nicht von einem elitären Zirkel quasi auf dem Reißbrett geschaffen werden kann, ist glücklicherweise auch allen bewusst. Der Verein versteht sich selbst nur als Koordinator von Ideen. Und diese werden gesucht! Was ist für Euch der Sonnenberg, was soll er sein? Ihr habt Projektideen? Her damit! Für den Anfang wird z.B. ein Slogan gesucht, mit dem für unseren Stadtteil geworben werden kann und der auch ein Stück weit dazu beiträgt, eine eigene Identität herzustellen. In der nächsten Zeit ist deshalb geplant, auf die Straße zu gehen und tatsächlich mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Der Verein will all die Menschen kennenlernen, die ebenfalls nicht den Kopf in den Sand stecken, aber vielleicht denken, sie wären alleine hier. Gebt ihm Euren Input, das sind wirklich gute und unideologische Leute. Die genauen Termine werden wohl Ende Mai durch Aushänge und natürlich auch hier bekannt gegeben.

Bis dahin mit einem für hier ganz unüblichen positiven Fazit: Packen wir’s an! Denn nur wo Leben ist, wird nicht abgerissen!

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Responses

  1. Der Sonnenberg ist das interessanteste Viertel in Chemnitz, das wird sich weiter herumsprechen. An den Terminen bin ich interessiert. Nur mit einem „Slogan zum Anfang“ wäre ich vorsichtig. Das sind leicht hohle Worte. Erst mal sollte man viel sammeln und beschreiben, was den Stadtteil alles ausmacht. Dann, später, kann man das in einen Slogan verdichten.

  2. Das mit der Agentur Richter hab ich nicht ganz verstanden. War das Ironie, die nicht angekommen ist? (gelöscht hab ich den Kommentar,weil die Seite frei bleiben soll.)

    Und mit dem Slogan hast Du natürlich Recht: Sammeln und Beschreiben, genau darum geht es in den nächsten Wochen. Wir sind am 19. 6. auf dem Stadtteilfest und wollen mit den Anwohnern diskutieren, was für sie der Sonnenberg ist bzw. einmal sein könnte/sollte. Aber wenn da jemand kommt und sagt: Ich hab nen super Slogan, wäre das umso besser!

  3. Das mit Richter war ernst gemeint. Ich traf ihn auf einem Fest im Stadtteil und er erzählte, wie er versucht, sich hier zu etablieren – u. a. durch die Verbindung mit dem Alexxanders, indem er dort zu seinem Thema Kunden einlädt. Gerade Leute, die viel sitzen, brauchen einen ordentlichen Stuhl, bevor der Rücken Probleme macht. Ich hatte mir schon einen gekauft, bevor ich ihn traf, aber ich weise gern darauf hin. Gerade so ein Produkt, wo es auf die Beratung und das Ausprobieren eines gelieferten Stuhls vor dem Kauf zu Hause ankommt, ist ein Nischenprodukt für so einen Stadtteil. Womit man hier Geld verdienen kann, ist schließlich bei aller Stadtentwicklung ein wichtiges Thema.

  4. Hallo Toni, wie war’s? Schreib doch mal einen Bericht.


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