Verfasst von: Toni | 17. Juli 2010

Ich:anderswo

Gerade entdeckt: Ein gut zusammengestellter Bericht über meinen jüngsten Vortrag im Industriemuseum Crimmitschau über den Umgang mit industrieller Bausubstanz. Schade nur, dass die liebe Fotografin mir nicht gesagt hat, wie unordentlich mein Kragen steht…

Bei einem Themenabend im Textilmuseum setzten Historiker Toni Jost und Kunstpädagogin Elke Vogler auf ihre Weise mit dem Thema Stadtentwicklung auseinander.

Am 14. Juni 2010 fand im Crimmitschauer Textilmuseum ein Themenabend zur aktuellen Foyer-Ausstellung „textil_Gelände in Crimmitschau“ statt. Dabei setzten sich die Kunstpädagogin Elke Vogler und der Historiker Toni Jost mit städtebaulichen Veränderungen in Crimmitschau und anderen Städten auseinander.

Elke Voglers Absicht zielt darauf, zu erinnern, was einst in der Stadt Crimmitschau von Bedeutung war. Sie versucht mit ihrer Arbeit Vergangenes und Gegenwärtiges zu verbinden. Dazu ergänzte sie historische Pläne mittels der Malerei mit den Plätzen, wie sie gegenwärtig präsent sind. Als Ergebnis liegen fünf Malereien vor, die in die Untergliederung Umnutzung, Weiternutzung und Abriss einzuordnen sind. Indem sie malt, sich mit Aufbau und Farbigkeit auseinandersetzt und sich auf wenige bildgebende Elemente beschränkt, findet sie nicht nur einen persönlichen Zugang zu den gewählten Orten, sondern eröffnet dem Betrachter auch einen neuen Blick auf die von ihr interpretierte Räume.

Mut zu Experimenten
Der Historiker Toni Jost setzte sich in seinem Referat mit der Thematik aus einer städtebaulichen und praxisnahen Perspektive auseinander. Anhand zahlreicher Beispiele kritisierte er den gegenwärtigen Umgang mit der brachliegenden industriellen Altbausubstanz in Deutschland. Dabei ging Jost auch mit der gegenwärtigen Förderpraxis, den Bürgern und den offiziellen Stellen ins Gericht. „Zu schnell kommen Rufe nach der Beseitigung von vermeintlichen Schandflecken auf, zu ängstlich und bürokratisch reagiert man vielerorts auf alternative Jugend- und Kunstprojekte und viel zu selten mischen sich die Bürger in den notwendigen demographiebedingten Umbau ihrer Städte ein“, erklärte Jost. Altstadt und „Industriegürtel“ bildeten eine städtebauliche Einheit, die im Rahmen der Stadtplanung viel öfter wahrgenommen werden müsse. Nicht Mut zur „Lücke“, sondern Mut zu Experimenten, zur öffentlichen Debatte und zur Geduld brauche es, um Industriebrachen langfristig zu einem Imageträger für die Städte zu machen.

Die Foyerausstellung textil_Gelände kann noch bis zum 30. Juli 2010 wochentags zwischen 8 und 16 Uhr kostenfrei besucht werden. Darüber hinaus finden wie gewohnt von dienstags bis sonntags jeweils um 14 Uhr Führungen durch die historische Tuchfabrik statt. (01.07.10/Westsächsisches Textilmuseum Crimmitschau)

Foto: Elke Vogler und Toni Jost präsentierten im Textilmuseum ihre Sicht zum Thema Stadtumbau.

Quelle: Homepage der Stadt Crimmitschau.

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