Verfasst von: Toni | 25. März 2011

Aus der Werkstatt eines Doktoranden: Brandenburg!

Ich habe mich diese Woche im Landesarchiv Potsdam rumgetrieben, um etwas über den Aufbau von Hoyerswerda-Neustadt zu lernen. Und da sie dort sehr freizeitfreundliche Öffnungszeiten haben, konnte ich mir eine Menge Sehenswürdigkeiten der Region anschauen. Eine kleine Auwahl:

Potsdam, Gutenbergstraße:Links S-T-A-N-D-A-R-D-I-S-I-E-R-T-E-R  Barock. Es gibt etwa in Berlin und Dresden eine Menge Beispiele für die Postmoderne in der DDR, aber so originalgetreu wurde wohl nirgendwo „rekonstruiert“. Zum Vergleich rechts der sanierte Altbestand der Straße.

Seerose Potsdam

Potsdam, Breite Straße, Restaurant „Seerose“: Ein Schalenbau des berühmten DDR-Architekten Ulrich Müther von 1980. Ein schönes Beispiel dafür, wie man händeringend versuchte, die Monotonie der Plattenbaugebiete mit architektonischen Farbtupfern aufzuwerten. Dieses Spätwerk lässt aber die Eleganz seiner 60er-Jahre-Bauten (Ahornblatt Berlin, Teepott Warnemünde) vermissen.

Blick auf die Große Burgstraße

Rathenow, Zentrum: Ein deprimierender Ort. Im Krieg zerlegt, wartet ein Großteil des Zentrums bis heute auf seine Wiederbebauung. Die Siedlungsbauten Otto Haeslers und das Kulturhaus „Johannes R. Becher“ aus den frühen 50ern sind aber einen Besuch wert.

Brandenburg a.d. Havel, Flämingstraße: Eigentlich wollte ich nach dem unschönen Rathenow noch etwas für’s Auge, bin aber dann doch in den unendlichen Weiten der Vorstadtsiedlungen hängengblieben. Platte. Ende 50er. Unsaniert. Das es so etwas noch gibt… Da ging mir schon ein bisschen das Herz auf! Was daran interessant ist? Was man zwei Jahre nach der Fertigstellung der Berliner Stalinallee (dem Vorzeigeprojekt der frühen DDR) so alles als Architektur durchgehen ließ und welche schlechte Bauausführung man zugunsten der puren Masse in Kauf nahm (die Platten sehen bei näherem Hinsehen schon ein bisschen schief und krumm aus!). Und wie weit die „Moderne“ in der Architektur eigentlich immer noch weg war, denn vom tektonischen Aufbau mutet das Gebäude immer noch recht traditionell an (das Satteldach sieht man nicht).

Ist ja nicht so, dass ich mich nur für Platten interessiere. Zum Beweis, tadaaa, die Potsdamer Nikolaikirche. Ja, doch, hübsch.

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